Der erste Tag in der Klinik

Ich meldete mich sofort im Stationszimmer. Wurde freundlich empfangen, dennoch war es ein seltsames Gefühl. Für mich noch unbekannte Menschen liefen an mir vorbei. Heute weiss ich, es waren Mitpatienten, die gerade vom Frühstück kamen.

Ich musste 5 Minuten warten und wurde dann auch schon von der Stationsärztin geholt. Wir gingen in ihr Büro. Sie redete mit mir kurz, gab eine kleine Einweisung für die kommenden Tage. Wie diese für mich ablaufen würden. Ich bekam von ihr einen Zettel mit etlichen Terminen. Das sah für mich erstmal sehr sehr viel aus...War es aber nicht. Sie erzählte mir noch die wie es in ihrer Gruppenterapie ablaufen würde, was es zu beachten gibt. Unser Gespräch ging 15 Minuten. Dann wurde mir mein Zimmer gezeigt.

Im Zimmer angekommen, überkam mich eine komisches Gefühl. Das Gefühl weinen zu müssen, es aber nicht zu können. War ich traurig? Traurig darüber, am Morgen noch mit meinem Mann gestritten zu haben? Traurig darüber, alleine zu sein? Was war es für ein Gefühl? Ich räumte meinen Koffer aus und setzte mich auf mein Bett. Da klopfte es. Es waren meine Paten. Sie wollte mit mir einen Termin ausmachen, an dem sie mir alles zeigen können. Nun war ich wieder alleine. Ich schauute mir nochmals meine Termine für den Tag an. Vorgespräche für verschiedene Gruppen.- Schwerpunkt dieser Klinik waren Gruppentherapien. Zwei Mal wöchentlich hatten die Patienten Einzeltherapie, der Rest war ausschließlich in der Gruppe. Hierzu zählten Gestaltungstherapie, Körpertherapie, Stabilisationstherapie, TZI (Themenzentrierte Interaktionelle Therapie). Hierfür waren am ersten und zweiten Tag alles Vorgespräche.

Mittags war eine Stationsversammlung. In dieser wurden immer die neuen Patienten begrüßt und die, die in der darauffolgenden Woche gingen verabschiedet. Ohje, ich sollte begrüßt werden. Ich kannte keinen und hatte ziemliche Angst davor.

Um 12 Uhr gab es Mittagessen. Dort ging ich nicht hin. Ich hatte Angst. Angst weil ich niemanden kannte. Ich blieb einfach auf meinem Zimmer und wartete bis die Versammlung war. Jetzt war ich ziemlich aufgeregt. Alle Patienten, Pfleger und Ärzte waren anwesend. Die Begrüßung ging ziemlich schnell. Die Stationsleitung sagte nur meinen Namen und begrüßte mich. Das war es schon. Toll, ich musste mich gar nicht vorstellen. Puh, mir fiel ein Stein vom Herzen.

Der Rest des Tages war ganz entspannt. Ich hatte noch zwei Termine und meine Paten zeigeten mir die ganze Station. Die zwei Mädels waren ziemlich nett. Das freute mich. Schon fühlte ich mich wohler. An diesem Abend lag ich schon um 20Uhr im Bett. Die ganzen neuen Eindrücke machten mich irgendwie fertig.

29.1.17 11:25

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